Reicht es zum Leben?

Wie sich unser Leben verändert hat und worauf wir uns bald wieder vorbereiten müssen
Benutzeravatar
Emeraude
Beiträge: 25
Registriert: Fr 9. Jan 2015, 06:35
Wohnort: Ba-Wü
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von Emeraude » Mi 17. Jan 2018, 18:27

Hallo liebe Foris,

ich beziehe befristete EMR und stehe vor der Trennung von meinem Freund. Ich mache mir viele Gedanken, wir ich das "hinbekommen" soll.

Daher meine Frage an Euch: kann man mit EUR 1000 leben? Außerdem frage ich mich, wie soll ich eine Wohnung mit 3 Hunden bekommen?

Im Moment ist alles mal wieder so aussichtslos. Trotzdem allem bin ich natürlich froh, die Rente zu bekommen. Trotz mehrfacher Versuche (mit Ehrenamt und 450-Jobs) wieder - zumindest 50% - zu arbeiten sind leider gescheitert. Ich habe keine Ahnung, ob das je wieder etwas wird.

Freue mich über Eure Erfahrungen.

Viele Grüße

Benutzeravatar
Doppeloma
Gold-Member
Gold-Member
Beiträge: 7025
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 03:05
Wohnort: Insel Rügen
Hat sich bedankt: 4675 Mal
Danksagung erhalten: 6235 Mal

Re: Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von Doppeloma » Do 18. Jan 2018, 10:10

Hallo Emeraude, :smile:
ich beziehe befristete EMR und stehe vor der Trennung von meinem Freund. Ich mache mir viele Gedanken, wir ich das "hinbekommen" soll.
So ist das leider öfter mal, kaum ist ein großes Problem gelöst steht schon das Nächste "vor der Türe", ich weiß nicht ob dir da meine Erfahrungen viel weiter helfen können, denn in der genau gleichen Situation war ich noch nie.
Ich weiß nur noch wie ich die Trennung von meinem ersten Ehemann vollzogen habe, zusammen mit minderjähriger Tochter (damals 14 Jahre) ohne eigentlich einen Pfennig eigenes Geld zu haben (mein ALGI war bereits abgelaufen und "Arbeitslosen-HILFE" bekam ich nicht, weil mein Ehemann zu gut verdient hat).

Damals war an EM-Rente noch gar nicht zu denken bei mir, obwohl ich schon nicht mehr sehr gesund war (interessierte meinen EX aber nicht sonderlich).
Ich hatte aber auch keine Arbeit und wusste nur ENDLICH GENAU, dass ich so NICHT mehr weiter machen wollte und konnte, die Umschulung war bereits sicher geplant von AfA und DRV aber das war es auch schon, so richtig wusste ich nicht wie das funktionieren soll mit der Trennung ...

Es reichte irgendwann doch nicht mehr weiter an dieser Ehe "zu kleben" weil wir ja schon so lange (über 20 Jahre) zusammen waren und er der Vater meiner Kinder war ... unsere jüngere Tochter hat aber auch schon sehr gelitten unter den Verhältnissen und dem ewigen Streit, die Ältere war schon aus dem Haus (aus dem "eigenen Haus").

Zuerst war ich dann beim Anwalt (den kannte ich von früher, der hat mir dann geholfen die nötige Prozesskosten-Hilfe zu bekommen :jaa: :cool: ) und habe die Scheidung eingereicht, das brauchst du ja nicht wenn ihr nicht verheiratet seid, ob das dadurch "einfacher" wird kann ich nicht beurteilen.
Dann bin ich zum Wohnungsamt und habe einen Wohnberechtigungsschein beantragt, damit ich Aussicht auf eine Sozial-Wohnung hatte.

Denn von (fast) NIX und dem Übergangsgeld bei der Umschulung hätte es für den "freien Wohnungsmarkt" wohl nicht gereicht. :Gruebeln:
Man hat sich damit zufrieden gegeben, dass ich angegeben habe Unterhalt für die Tochter und Trennungs-Unterhalt für mich zu bekommen, die Umschulung lief ja noch nicht, sollte erst im Herbst beginnen.

Zum Glück wollte Niemand eine Unterschrift von meinem noch Ehemann dafür haben, inzwischen würde das wohl so keine Behörde mehr akzeptieren aber man bekommt ja auch nicht sofort eine Wohnung, nur weil man diesen Berechtigungsschein vom Amt in den Händen hält. :teufel:
Daher meine Frage an Euch: kann man mit EUR 1000 leben? Außerdem frage ich mich, wie soll ich eine Wohnung mit 3 Hunden bekommen?


Damit bin ich also bei deiner Frage angekommen und vielleicht kannst du auch einen Wohnberechtigungsschein bekommen für eine preiswerte Sozial-Wohnung, es kommt ja drauf an wo du aktuell lebst und was du dir vorstellst, welche Möglichkeiten es dort dafür geben könnte.
Mit 3 Hunden wird das allerdings ziemlich schwierig werden, viele Vermieter wollen keine Haustiere oder zumindest nicht gleich so Viele.

Hast du denn selbst keine Ansprüche auf die aktuelle Wohnung (wer steht im Mietvertrag ?), hier zeigt sich doch schnell wieder der Nachteil einer Lebensgemeinschaft, denn man kann Niemanden "einschalten" da vielleicht andere Lösungen zu finden, besonders wenn ein Partner krank ist und diese Wohnung vielleicht dringender behalten sollte, als der Andere. :Gruebeln:

Ich habe damals (1997) allerdings "freiwillig" die Flucht aus dem "Eigenheim" ergriffen, das war eine ausgebaute Laube (noch mit Ofenheizung und sehr abgelegen) und mein EX hatte schon viele Jahre alles sehr vernachlässigt (Alkohol war eben wichtiger), ich hatte kein Interesse (mehr) daran mir das dauerhaft aufzuladen.
Das hätte ich alleine mit der Tochter gar nicht gepackt, diese inzwischen "vergammelte Hütte" wieder in Ordnung zu bringen, dafür fehlte mir die Kraft und besonders auch das Geld.

Es tat schon zunächst etwas weh aber inzwischen bin ich sehr froh über meine damalige Entscheidung, es wurde auch später von ihm nicht mehr viel gemacht, um das wieder wohnlich herzurichten, wie er es seinen Kindern immer erzählt hatte ... er ist letztes Jahr verstorben ... :Ohnmacht:
Im Moment ist alles mal wieder so aussichtslos.


Deine aktuelle Gefühlslage kann ich also durchaus nachvollziehen :koepfchen: :troesten: , ich weiß ja nicht ob und welche Regelungen ihr mal für den Fall einer Trennung gemacht habt, man meint ja immer "es hält alles ewig" und da muss man nicht darüber sprechen, was mal wäre "WENN" ... schon gar nicht was schriftlich festlegen, für den Fall der Fälle ... :Verwirrt: :Hilfe:

Es kommt ja auch immer auf die Länge einer Partnerschaft an, irgendwann verschwimmen die Grenzen zwischen Deins und Meins und was wurde zusammen angeschafft ... und wie geht man jetzt damit um ... :Ohnmacht: :Ohnmacht: :Ohnmacht:

Mit meinem Dopa habe ich ja auch erst 10 Jahre "wild" zusammengelebt (in MEINER Wohnung, als meine Kleine dann ausgezogen war :teufel: ), er war das Beste :Bussi: was mir auf der Umschulung dann "passiert" ist, denn der neue Beruf hat mich (und ihn) anschließend auch nicht mehr weiter gebracht.
Wir wollten beide NIE WIEDER heiraten, es geht doch auch so ... :teufel:

Meine Herz-OP (2007) machte uns dann klar wie schnell das Leben auch mal vorbei sein könnte und dann steht der Andere da und hat keinerlei gesetzliche Ansprüche auf die "Reste" des gemeinsamen Lebens ... so feiern wir im April doch schon unseren 10. Hochzeitstag und haben viel zusammen geschafft in "Guten UND schlechten Zeiten" ... :jaa: :cool: :applaus:

Das haben wir uns wohl beide damals so noch nicht vorstellen können, die Jahre im EM-Rentenkampf haben uns immer fester zusammengeschweißt und nun sind wir beide "unbefristet" und haben zusammen nur wenig über dem Sozial-Hilfesatz (knapp 1500 €) als EM-Renten zur Verfügung.

Davon KANN man tatsächlich (auch zu zweit) einigermaßen zufrieden LEBEN, wir haben eine sehr günstige Wohnung hier auf Rügen (bei einer Wohnungs-Genossenschaft) gefunden und uns den Traum vom Wohnen auf Rügen im Alter gemeinsam erfüllen können. :applaus:

Aktuell wird gerade im Bad nebenan die Wanne herausgerissen, damit der Dopa eine Dusche bekommt, das bezahlt die Pflegekasse ... könnten wir von unseren Renten nicht selbst finanzieren aber es gibt meist Mittel und Wege sich was zu organisieren wenn es erforderlich ist.
Damit möchte ich NICHT "angeben" sondern dir aufzeigen, dass es wirklich immer wieder mal kleine (oder auch größere) "Wunder" geben kann im Leben, an die man zeitweise selbst schon nicht mehr glauben konnte ... wenn es gerade mal wieder "ganz Dicke kommt" ...

Zu deiner EM-Rente kannst du auch Wohngeld dazu bekommen, wenn die Miete sonst nicht ganz tragbar wäre, dafür musst du natürlich zuerst mal eine Wohnung finden, was sicher nicht einfach wird ...
Was arbeiten zur Rente schaffen wir auch nicht mehr, wir haben es auch noch nie versucht, es MUSS eben reichen was von der DRV jeden Monat kommt.

Der Dopa hat schon mit seinen Arzt- und Physio-Terminen genug zu tun und ich selbst sehe mich nicht mehr täglich irgendwo "antraben", um im erlaubten DRV-Rahmen einen Minijob zu machen. :Sturkopf:
In den Geschäften werden ja oft Mini-Jobber gesucht aber Regale füllen und/oder an der Kasse sitzen, mich (und meinen Tinnitus) macht das permanente "Scanner-Gepiepe" schon verrückt wenn wir normal Einkaufen sind, aber da entscheide ich wenigstens selbst wie lange ich das ertragen kann und möchte ...

Ab Sommer bin ich in regulärer Altersrente ... sollte sich mal was "Ruhiges" anbieten (für 1 - 2 Tage die Woche) versuche ich das vielleicht aber ich würde lieber zu Hause am PC was machen (bei freier Zeiteinteilung) und Geld dafür bekommen. :jaa: :cool:

So hoffen wir weiter auf den "Lottogewinn" (spielen jeden Sonntag Bingo wie sich das für Großeltern gehört :icon_e_wink: :pfeif: ) um uns mal wieder eine Kreuzfahrt leisten zu können, zum Hochzeitstag wird das nun nichts werden ... wir waren gerade zum 90. Geburtstag von Dopas Papa und da ist unser bischen "Spargeld" für drauf gegangen ...

Trotzdem sind wir nicht unzufrieden mit unserem "Lebens-Abend", es könnte schlimmer sein ... wir haben eine schöne (warme) Wohnung, satt zu essen, aktuell sogar noch ein altes Auto und sind in rund 20 Minuten zu Fuß an der Ostsee ...

Vielleicht konnte ich dir wenigstens ein bischen MUT machen, dass sich auch scheinbar aussichtslose Umstände nach und nach wieder regeln lassen, für eine bessere Zukunft und zum Vorteil für deine Gesundheit.
Mit 1000 € kann man durchaus leben wenn man gewohnt ist sein Geld gut einzuteilen, wir hatten auch mal deutlich mehr zur Verfügung als jetzt, man kann es in den Griff bekommen, wenn die Gegebenheiten es erfordern ...

Lieber Grüße von der Doppeloma :umarm:
Was mich nicht umbringt macht mich stärker!

Benutzeravatar
Emeraude
Beiträge: 25
Registriert: Fr 9. Jan 2015, 06:35
Wohnort: Ba-Wü
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von Emeraude » Do 18. Jan 2018, 16:09

Liebe Doppeloma,

vielen Dank für Deine Hilfe. Wohngeld - ok. Habe auch grad mit einer Freundin gesprochen, die war auch eine zeitlang ohne Arbeit und musste mit wenig Geld auskommen. 1000 EUR müßten reichen. Muss halt eine Wohnung mit S-Bahn (oder Co.) Anschluß finden, damit ich kein Auto mehr brauche. Und Wochenmarkt, Demeter und Co. kann ich dann wohl auch vergessen. Ich hoffe, es wird wenigstens für Brot vom Bäcker reichen....

Lebe zur Zeit noch in BaWü, werde dann aber wohl nach Niedersachsen gehen, dort ist es auch günstiger.

Vermutlich wird gar nicht das Geld das Hauptproblem sein, sondern meine 3 Hunde. Aber für mich sind sie kein Problem, sie sind eigentlich meine Lebenslichter. Ohne sie wäre ich wohl nicht mehr da.

Mal gucken, was das neue Jahr so bringt, und wann ich wieder Single bin (und BLEIBE!!!).

Viele Grüße

Benutzeravatar
Fee59
Beiträge: 720
Registriert: Mi 8. Mai 2013, 11:10
Hat sich bedankt: 252 Mal
Danksagung erhalten: 546 Mal

Re: Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von Fee59 » Do 18. Jan 2018, 17:50

Hallo,

führst Du ein Haushaltsbuch?
Das finde ich sehr hilfreich, denn ich muss auch mit ziemlich wenig Geld auskommen.

Ich habe mir als Haushaltsbuch eine Excel-Tabelle erstellt mit verschiedenen Rubriken:
In der ersten Spalte das Datum,
dann Spalten mit "Lebensmittel / Obst / Süßigkeiten (davon esse ich leider immer noch viel zu viel, deshalb eine Extra-Rubrik für einen besseren Überblick ...) / Gesundheit / Kleidung / Bildung / Hobby / Wohnen / Sonstiges"
und in der Spalte ganz rechts schreibe ich dann auf, wo ich eingekauft habe und in Stichworten, was.

Natürlich wirst Du die Spalten ganz nach Deinen Bedürfnissen beschriften.

Am Monatsende eine Summe unter jeder Spalte bilden und ganz rechts noch die Summe aller Spalten.
So behalte ich immer einen Überblick.

Ein solches Haushaltsbuch könnte Dir helfen, besser abzuschätzen, wofür Du Dein Geld ausgibst und kann Dir helfen, besser zu planen.

Bei vielen Discountern gibt es im Preis reduzierte Lebensmittel, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist.
Ich schaue immer danach und kaufe vorrangig solche Lebensmittel.
Mein gutes Kümmelbrot von tegut (leider auch nicht so ganz billig), das gönne ich mir aber trotzdem.

Liebe Grüße
Fee
Meine Beiträge basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen, sind meine persönliche Meinung und stellen keine Rechtsberatung dar.

agnes
Beiträge: 1468
Registriert: Do 30. Jan 2014, 18:50
Hat sich bedankt: 477 Mal
Danksagung erhalten: 1541 Mal

Re: Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von agnes » Do 18. Jan 2018, 19:46

Hallo Emeraude :smile:
Ich hoffe, es wird wenigstens für Brot vom Bäcker reichen....
Als ziemlich "umtriebene" Person, also eine, die nicht wirklich den Tag untätig verbringen kann, habe ich mir einiges an "häuslichen" Beschäftigungen gesucht, nachdem ich ja aus dem (für mich war es ein sehr ausgefülltes) Berufsleben gerissen war und seitdem die EMR beziehe.

Für diverse Haushaltstätigkeiten benötige ich zwar Hilfe, aber vieles kann ich auch alleine noch gut bewältigen.

Allerdings fällt in einem nunmehr nur noch 2-Personenhaushalt gar nicht mehr soviel an, sodass ich mit den Aufgaben, obwohl ich zwischendrin immer auch Pausen einlege und mich dann auch hinlege, trotzdem recht zügig durch bin.

Somit war am Tag immer noch viel zu viel ungenutzte Zeit übrig, die ich eher mit Grübeln verbrachte, was wiederum auch nicht optimal zur Genesung beitrug. :Heiss: :Hilfe:

Ich habe immer schon das Kochen gehasst (mein Mann erledigt das meistens), aber gerne gebacken und so bin ich dann auch aufs Brot backen gekommen.

Es ist total easy und schon gar nicht anstrengend, da man in nullkommanix den Teig angesetzt hat und dann diesem eine Ruhepause gönnen muss.
Also kann ich dann auch etwas ruhen.
Nach kurzer Ruhephase, knetet man den Teig erneut durch und formt ihn oder legt ihn in eine Form und schon ist wieder Ruhe für uns beide angesagt. :kaffee:
Und dann wird das Brot gebacken (ganz normal im Backofen) und es duftet so gut durchs Haus. :smile:

Ich kann kreativ mein Brot selber gestalten, meine Zutaten nach Geschmack oder Lust und Laune auch dazu auswählen und es schmeckt einfach köstlich.

Doch, dass ich es selber hergestellt habe und meine Zeit dabei sinnvoll für etwas nutzte, das ist es, was mich dann mächtig freut und zufrieden macht.

Natürlich ist auch nicht jedes selbstgebackene Brot kostengünstig.
Im Discounter bekommt man natürlich schon auch günstiger ein Laib Brot zu kaufen.

Wir jedoch kauf(t)en auch beim Biobäcker mit angeschlossenem Bioladen oder im Hofladen (Eigenerzeuger) gerne ein Brot und da kostet ein 750 g Laib, je nach den Zutaten, dann zwischen 3,80 € - 4,70 € :Heiss:

Ich backe unser ca. 750 g Laib Brot, für 1,50 € - 1,80 € (dabei ist schon der Strom mit berechnet).

Mir geht es dabei nicht um die Ersparnis (wir beziehen beide eine auskömmliche Rente), die ich damit erzielen kann. Mir geht es um die Beschäftigung, etwas sinnvolles selber geschaffen zu haben und wichtig auch den kreativen Spaß dabei.

Am Samstag habe ich ein Mehrkornbrot gebacken, am Dienstag ein Dinkelbrot mit Körnerbeigaben und heute ein Sonnenblumenkernbrot.

Im Netz findet man soooo viele Rezepte und meine Tochter hat ein sehr schönes Brotbackbuch, darin schmökere ich ab und an.

Und zudem, es gibt dermaßen viele Fertigbackmischungen, die man auch wirklich leicht handhaben kann :ic_up: :jaa:

Ein kleiner Ausflug in meine Beschäftigungstherapie-Welt mit Sparpotential. :lachen:

Vielleicht auch ein Anreiz für dich oder andere K-o-R- Mitleser. :Gruebeln:

Ich wünsche dir zunächst aber, dass du deinen derzeitigen familären Umbruch bewältigt bekommst und sich für dich keine schwierigen Zeiten auftun, du rasch eine angemessene Unterkunft für dich und deine geliebten "Vierbeiner" findest. :koepfchen: :umarm: Gruß agnes
Der Dumme spricht, ohne vorher zu denken.
Der Kluge denkt, bevor er spricht.
Aber nur der Weise weiß, wann er besser schweigen sollte.
(Günter Leitenbauer)

Ich gebe mit meinen Beiträgen lediglich meine persönlichen Erfahrungen weiter. Sie gelten nicht als Rechtsberatung.

Benutzeravatar
Emeraude
Beiträge: 25
Registriert: Fr 9. Jan 2015, 06:35
Wohnort: Ba-Wü
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von Emeraude » Fr 19. Jan 2018, 08:10

Liebe Agnes,

vielen Dank für Deine lieben Worte und den Tip mit dem Brotbacken.

Ehrlich gesagt, habe ich schon so einige Rezepte ausprobiert (als echter Öko, backt man ja sein Brot selber.... :grinser: ), und wir haben sogar (dann ich ja bald nicht mehr...) einen Holzofen. Aber meine Brote wurden immer ziemlich fest und nicht so locker wie beim Bäcker.

Vielleicht kannst Du ja mal Deine Rezepte verraten? Ich würde es gern mal wieder ausprobieren.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall auch alles gute.

Liebe Grüße an alle!

Benutzeravatar
Amethyst
Global-Mod
Beiträge: 2039
Registriert: Sa 29. Mai 2010, 14:17
Wohnort: Lehrte
Hat sich bedankt: 322 Mal
Danksagung erhalten: 995 Mal

Re: Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von Amethyst » Fr 19. Jan 2018, 11:49

Hallo Emeraude,

zu der Situation mit Deinem Freund, was Du an Sozialleistungen bekommen würdest und wegen Wohnungssuche kann ich leider nicht sagen, damit kenne ich mich nicht aus.

Ich hoffe, Du findest einen hundefreundlichen Vermieter. Unserer ist es, wir haben 2 Bolonka-Zwetna-Hündinnen, 5 1/2 Jahre und 6 Monate.
Dascha und Elly.jpg
Emeraude hat geschrieben:
Fr 19. Jan 2018, 08:10


Liebe Agnes, vielen Dank für Deine lieben Worte und den Tip mit dem Brotbacken.

Ehrlich gesagt, habe ich schon so einige Rezepte ausprobiert (als echter Öko, backt man ja sein Brot selber.... :grinser: ), und wir haben sogar (dann ich ja bald nicht mehr...) einen Holzofen. Aber meine Brote wurden immer ziemlich fest und nicht so locker wie beim Bäcker.

Vielleicht kannst Du ja mal Deine Rezepte verraten? Ich würde es gern mal wieder ausprobieren.
Ich bin zwar nicht Agnes :icon_e_wink: , aber mit Brot backen kenne ich mich aus, ich betreibe dieses Hobby schon seit Jahren und das inzwischen ziemlich professionell. Ich bin komplett Selbstversorger, Brot, Brötchen und anderes Kleingebäck, Kuchen, Torten... außer im Urlaub (und da sind wir jedes Mal mehr oder weniger enttäuscht, weil es uns nicht schmeckt, was man da oft auch beim Bäcker bekommt).

Grundprinzip: Gutes Brot braucht Zeit. Und damit es locker wird, braucht es entsprechendes Triebmittel, damit meine ich nicht Unmengen an Hefe. Ich habe 3 verschiedene selbstgezogene Sauerteige im Kühlschrank stehen, mit denen ich backe. Die selber zu ziehen und zu pflegen ist gar nicht so schwer, wie sich viele das vorstellen. Ich backe auch nur noch in Ausnahmefällen mit Mehl aus dem Supermarkt/Diskounter, ich bestelle es direkt bei einer Mühle. http://drax.bioxshop.de/
Ich bestelle kein Bio-Mehl, sondern konventielles, bei Bio ist mir das Ungeziefer-Risiko zu hoch.

Gerade habe ich wieder 35 kg geliefert bekommen, 28,00 € plus 5,95 € Versand = 33,95 €, damit reiche ich mehrere Monate für 2 Personen. Natürlich hat man auch Stromkosten, trotzdem ist es unterm Strich günstiger als beim Bäcker kaufen. Ich füge zur Erklärung mal auszugsweise ein, was ich neulich in einer Facebook-Brotbackgruppe dazu geschrieben habe.

...Der Bäcker hat viele Kosten, die mal als Privatperson nicht hat, wie Lohnkosten für BäckereimitarbeiterInnen und VerkäuferInnen, Kosten für den Laden/die Läden, Beiträge für die Berufsgenossenschaft, für die Handwerkskammer, er braucht mehr, größere und teurere Maschinen, viel mehr Gärkörbchen, Bleche etc. als eine Privatperson... all das muss er auf seine Preise umlegen...

... wenn ich z.B. meine üblichen Alltags-Weizenbrötchern backe, entspricht das fertig gebacken gewichtsmäßig ca. 14 normalen Brötchen vom Bäcker, Material- und Stromkosten zusammen ca. 1,50 €. Dafür kriege ich das nicht mal bei diesen Billig-Backketten. Mache ich Käsebrötchen, kommt noch ca. 1 € für den Käse dazu, für 2,50 kriege ich beim Bäcker 3, vielleicht auch 4 Stück.......

...Natürlich habe ich Arbeitszeit, aber das ist Hobby, das muss mir keiner bezahlen, es macht einfach Spaß.


Nächster Punkt: das richtige Teigkneten sowie das anschließende Aufarbeiten/Wirken desTeiges.

Dazu kannst Du mal hier lesen:

https://www.ploetzblog.de/2015/05/13/vo ... raxistest/

https://www.baeckerlatein.de/dehnen-und-falten/

https://backhausgeflüster.de/grundlagen ... ufarbeiten

Oh, das kannte ich noch gar nicht, ist sozusagen ein Grundkurs. :smile:

https://backhausgeflüster.de/brotbacken

Was auch sehr wichtig ist, damit das Brot gut aufgeht und locker wird, ist das so genannte Schwaden, also die Zugabe von Feuchtigkeit in Form von Dampf.

https://www.baeckerlatein.de/schwaden/

Ich mache es meistens nach dieser Methode

http://schellikocht.de/post/view/schwad ... ch-methode

Alternativ geht Backen im Topf (Römertopf, da den Teigling in den kalten Topf, nicht vorher aufheizen, Gefahr des Platzens, wenn der kalte Teig reinkommt) oder einem Gußtopf- bzw.-Bräter. Sowas bekommt man ggf. sehr günstig gebraucht bei Ebay-Kleinanzeigen. Ich habe einen runden von TK Maxx für 29,99 € und einen großen Alugussbräter (der kostet aktuell knapp 35 € bei Amazon, wäre aber für eine Person zu groß.

Ein Gärkörbchen könnte man beim Backen von frei geschobenen Broten (also ohne Backform) noch nutzen, es geht aber auch eine Schüssel oder irgendein anderer Behälter, in den man einfach ein bemehltes Geschirrtuch legt.

Es gibt ein paar gute Blogs mit Brotrezepten

Angefangen habe ich mit

http://ikors.blogspot.de/search?q=brot

http://ikors.blogspot.de/search?q=Br%C3%B6tchen

Inzwischen sind das meine meistverwendeten Blogs:

https://www.ploetzblog.de/

(mit Tipps für Anfänger https://www.ploetzblog.de/tipps-und-tri ... anfaenger/ )

http://www.homebaking.at/

(die dort angegeben Mehltypen sind österreichische, zur "Umrechnung": http://www.drax-muehle.de/files/user_fi ... ltypen.pdf )

https://ketex.de/blog/

http://www.samskitchen.at/?cat=2

https://brotbackliebeundmehr.com/

sowie einige Facebook-Gruppen (Angebacken, Brotbackliebe und mehr sowie Breadmainia, der Name ist Programm :lachen: )

Und hier https://brotbackforum.iphpbb3.com/forum ... 371nx46130 gibt es auch nette Leute, von den man Tipps bekommt.

Auch wenn es nach viel Arbeit klingen mag, am Teig arbeitet man die wenigste Zeit, die meiste Zeit liegen Teig bzw. Teiglinge irgendwo herum und reifen. :icon_e_wink:

So, das war jetzt ganz schön viel, wenn Du Zeit hast, schaue mal durch, bei Fragen kannst Du Dich jederzeit gerne melden.

Liebe Grüße

Annette
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. (Bertolt Brecht)

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht (Bertolt Brecht)

agnes
Beiträge: 1468
Registriert: Do 30. Jan 2014, 18:50
Hat sich bedankt: 477 Mal
Danksagung erhalten: 1541 Mal

Re: Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von agnes » Fr 19. Jan 2018, 17:23

Hallo Emeraude und hallo Amethyst :umarm:

Vielen Dank an Annette, für die ausgiebige Linkauswahl, die auch mir z.T. bekannt war . :Bussi:

Ganz so versiert und "ein Profi" im Brotbacken wie Annette, bin ich wahrlich nicht. :nein:

Und vielmehr kann ich dazu eigentlich auch nicht mehr beisteuern, als das, was Annette alles schon erläutert hat. :jaa:

Mein erstes selbstgebackenes Brot war auch damals nicht optimal aufgegangen und so locker geworden, wie ich es mir wünschte, aber trotzdem in sich weich und genießbar.

Man wächst an seinen Aufgaben, so sagt man, und so habe ich gelernt, einfach etwas mehr Geduld in die Sache an sich hineinzulegen.

Das Vermischen und Kneten der Zutaten und vor allem das Ruhen des Teiges ist, so lernte ich, wichtig. :ic_up:

Und ja, auch ich stelle beim Backen immer eine Schale Wasser in den Backofen mit hinein, so lernte ich es ebenfalls.
Man kann auch den Teig zusätzlich oben her mit etwas Wasser bestreichen.

Wir haben einen ganz normalen 2-Personen-Haushalt mit einem ganz normalem Elektro-Backofen (Möglichkeiten von Heißluft und/oder Kombi Ober-/Unterhitze etc.)

Ich backe mein Brot immer mit Ober-/Unterhitze, entweder frei liegend geformt oder in einer Kastenform (Kuchenform) und es wird super.

Bei uns gibt es auch einige Mühlen, da kann man im Shop Mehl etc. einkaufen oder sie vermarkten ihr Mehl- und auch z.T. Fertigmischungen abgepackt in umliegende Märkte.
So schlecht sind diese Fertigmischungen auch nicht und ich habe ja immer noch Gestaltungsmöglichkeiten, dass ich noch zusätzlich in oder auf das Brot Körner streue oder etwas feine Karottenraspel oder auch Nüsse (ich habe im Spätsommer über 4 kg Walnüsse beim Spaziergang gesammelt) hineintue.

Hefe habe ich eh immer daheim und einen Ansatz für Sauerteig bekommt man auch in guten Märkten.

Wie gesagt, so professionell wie Annette beim Brotbacken agiert, bin ich nicht, also ich setze bisher noch keine eigenen Kulturen an. :nein:

Für mich ist es eher etwas sinnvolle Freizeitbeschäftigung die mich dazu brachte, weil ich einfach gerne backe. :smile:

Gestern hatte ich das Sonnenblumenkernbrot gebacken und nach dem Ansetzen des Teiges habe ich die Ruhephase genutzt und einen Streuselteig/Mürbteig zubereitet und Äpfel geschnitten und sie in Zimtzucker eingelegt.

Während der Mürbteig im Kühlschrank etwas ruhte, habe ich mich wieder dem Brotteig zugewandt und ihn fertig geknetet und in die Form gelegt.
Gut zugedeckt, durfte dieser nun weiter Ruhen und in der Zeit konnte der Apfelkuchen backen.

Als der Apfelkuchen fertig gebacken war, habe ich die Backofentemperatur etwas höher gedreht und hintennach umgehend das Brot gebacken, der Brotteig war mittlerweile sehr schön aufgegangen.
Somit habe ich gleich den bereits angeheizten Backofen weiter genutzt.

Die fertigen Mühlenbackmischungen mit Kornbeigaben bekommt man für ca. 2,90 - 3,50 €/kg, d.h. ich kann zwei ca. 750 g Brote aus dieser Mischung davon backen.

Beim Bäcker (Biobäcker) würde ich +/- um die 4 € pro Brot zahlen.

Und was ein Kuchenstück erst kostet :pfeif: ... dafür kann ich einige, auch leckere, Kuchen backen :jaa:

Ohne Frage: gute Backwaren sind teuer!
Der Bäcker hat allerdings auch, wie von Annette dargelegt, Betriebs-/Personalkosten und andere Kostenumlagen bei der Preisgestaltung mit einzubeziehen.

Es freut mich, dass ich mit meinem Hinweis und Vorschlag auf jedenfall einen Gedankenaustausch dahingehend in Bewegung brachte, dass man preisgünstiger, als beim Bäcker zu kaufen, köstliches Brot daheim selber zubereiten kann.

Einfach mal beherzt ausprobieren, es wird gelingen! :jaa:

Frohes Backen wünscht euch :applaus: agnes
Der Dumme spricht, ohne vorher zu denken.
Der Kluge denkt, bevor er spricht.
Aber nur der Weise weiß, wann er besser schweigen sollte.
(Günter Leitenbauer)

Ich gebe mit meinen Beiträgen lediglich meine persönlichen Erfahrungen weiter. Sie gelten nicht als Rechtsberatung.

Benutzeravatar
Emeraude
Beiträge: 25
Registriert: Fr 9. Jan 2015, 06:35
Wohnort: Ba-Wü
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von Emeraude » Sa 20. Jan 2018, 14:36

WOW!! Vielen Dank für die ausführlichen Tipps! Ich lese es mir alles in Ruhe durch. Bei Fragen melde ich mich wieder.

DANKE!! Und Euch noch ein schönes Wochenende :Bussi:

Benutzeravatar
Engelchen22
Global-Mod
Beiträge: 2188
Registriert: Mi 7. Jul 2010, 16:09
Hat sich bedankt: 1418 Mal
Danksagung erhalten: 1392 Mal

Re: Reicht es zum Leben?

Ungelesener Beitrag von Engelchen22 » Mi 24. Jan 2018, 16:42

Hallo zusammen,
Fee59 hat geschrieben:führst Du ein Haushaltsbuch?
Das finde ich sehr hilfreich, denn ich muss auch mit ziemlich wenig Geld auskommen.
:jaa: :jaa: dem schliesse ich mich an.
Ein super Hinweis - ich führte auch lange Zeit " Buch " über meine Ausgaben - nicht so akribisch korrekt wie @ Fee - lediglich die Haushaltsausgaben / Einkäufe und einige Extra´s.

Ist schon interessant zu sehen, für was man Geld ausgibt und vor allem die Summe am Monatsende.
Für meine Erkrankungs bedingten Ausgaben führe ich meine Tabelle seit vielen Jahren nach wie vor, sehr sehr gewissenhaft.... :jaa:

Vielen Dank Annette für die vielen interessanten Links - einige davon sind mir auch bekannt... :jaa:

Hier --> viewtopic.php?f=12&t=5614&p=76889#p76889 gehts dann weiter zum Thema

Austausch Brotbacken ect bzw Gesunde Ernährung ... !

Liebe Grüsse
Engelchen 22
Der Gesunde hat viele Wünsche, der Kranke nur einen...
Krank-ohne-Rente.de - gemeinsam sind wir stark - !!!

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast