Rechtfertigungen für eine Reise

Wie sich unser Leben verändert hat und worauf wir uns bald wieder vorbereiten müssen
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stadtpflanze
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Re: Rechtfertigungen für eine Reise

Ungelesener Beitrag von stadtpflanze » So 7. Dez 2014, 06:59

Oma und Agnes, ich kann das alles so unterschreiben.
Ihr habt es gut ausgedrückt. :applaus:

Und eine Kreuzfahrt (evtl mit dem Frachtschiff) steht bei uns auch noch ganz oben auf der Wunschliste.
Es ist wirklich so bequem - kein Kofferpacken und trotzdem jeden Tag neue Eindrücke.

Ich hätte es früher auch nie gedacht, die räumliche Distanz lässt einen schon fast gesunden.

Vielleicht machen wir mal ein neues Thema auf:
Wie geht das? Reisen mit Einschränkungen?

Das ist so vielfältig, sei es, dass man Vegetarier, körperlich behindert ist, oder.... oder....
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Nette Grüße von der Stadtpflanze
Aufgeben??
Bild ... ich doch nicht
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Paulinchen
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Re: Rechtfertigungen für eine Reise

Ungelesener Beitrag von Paulinchen » So 7. Dez 2014, 09:53

Hallo ihr Lieben,

Mir geht's ähnlich wie euch. Ich denke aber immer schon wenn wir reisen, ich müsste Rechenschaft ablegen warum wir so oft unterwegs sind.
Wir haben ein älteres Wohnmobil und damit sind wir oft mit unserem Hund unterwegs. So hab ich immer die Gelegenheit mich hinzulegen oder zurück zu ziehen wenn es nötig ist. Manchmal fahren wir auch nur 20-30km weit weg und übernachten dort. Außer meiner Badewanne hab ich immer alles dabei was nötig ist. :lachen: Und Tabletten kann man immer und überall einnehmen.

Ich muss sagen, es tut mir total gut wenn man wenig Verpflichtungen hat und auch wenig Hausarbeit. Außerdem ist man echt viel draußen in der Natur und das ist so schön. :applaus:

Ich werde oft gefragt: Fahrt ihr schon wieder weg? und ich antworte dann meist: Ja, es tut mir gut und wenn meine Erkrankung noch schlimmer wird (was ich nicht hoffe), dann wird's mit reisen vorbei sein. Also nutzen wir die Gunst der Stunde und fahren öfter weg solange es noch geht. :Yeah:

Wenn man über 30 Jahre nur an Arbeit und Kinder gedacht hat und sein ganzes Leben darauf eingerichtet hat, dann steht doch jedem zu, mit seiner Zeit das zu machen was er kann und möchte.
Wir sagen immer, wir verleben das Erbe unserer Kinder. Wir haben alles mitgegeben, was wir konnten (Schule, Ausbildung, Studium) und jetzt haben wir weniger Kohle und die wird für uns genutzt.

Deshalb sollte keiner ein schlechtes Gewissen haben, wenn er sich was gönnt. Auch wenn man krank ist, hat man gerne Lebensqualität.

Schade für alle die nicht reisen können, aber macht es euch zuhause so schön wie möglich. :troesten:
Liebe Grüße
Paulinchen

Das Leben ist kein Ponyhof

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Re: Rechtfertigungen für eine Reise

Ungelesener Beitrag von powerpeku » Mo 8. Dez 2014, 10:03

Hallo Ihr Lieben,

ich kann dem so was von zustimmen..... :grinser:

Auch wir fahren jetzt über Silvester in den Urlaub und ich bin es auch einfach leid, mich dafür rechtfertigen zu müssen. :Gruebeln: :teufel: Fragt mich einer, bekommt er meist ne Gegenfrage! :ic_down:

Denn die ganzen Jahre hat nie einer gefragt, wie es mir gesundheitlich geht. Ich durfte nur immer funktionieren und war immer da, wenn einer gerufen hat.

Und mein Mann ist noch voll berufstätig, er muss auch seine Auszeit haben. :jaa:

Ich weiss wohl, die Vorbereitung ist für mich schwieriger geworden. Aber dann muss ich mir mehr Zeit nehmen. Und letztes Jahr haben wir einen Zwischenstopp eingelegt, weil lange Autofahrten für mich nicht mehr so einfach sind. :Gruebeln:

Und mal ehrlich, ich genieße es, mich um nix kümmern zu müssen, mal nicht zu kochen. Und meistens geht es mir im Urlaub auch besser, da habe ich den gewissen Abstand zum Alltag.

Macht euch alle bitte keine Gedanken, auch wenn es nicht immer leicht ist, genießt es, so lange man noch reisen kann. :applaus:

Wer weiss schon was morgen ist???!!!

Liebe Grüße

powerpeku
Es ist keine Schande hinzufallen, aber es wäre eine Schande, nicht mehr aufzustehen!

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Re: Rechtfertigungen für eine Reise

Ungelesener Beitrag von schlingeline » So 11. Jan 2015, 15:01

Hi an alle,

das ist wunderbares Thema das ihr hier eröffnet habt.

Bevor wir für ein paar Tage weggefahren sind habe ich mir anhöhren müssen als ich erzählte das ich mir mit meinem Mann nach Österreich fahre. Die lange Autofahrt das geht ja nicht und die hohen Kosten und als behinderte und kranke -frau kann man sich doch sowas nicht leisten.
Meine Antwort darauf war dann ich habe einem vollerwerbsfähigen Mann der seinen Haupturlaub im Winter immer schon genommen hat und den reichlich verdient hat und auch seine frau wie jeder anderen Arbeitnehmer mit nimmt. Dann ging der Mund auf und ging nicht mehr zu . Ich dreht mich um und freute mich auf meinen Urlaub. Dieser war herrlich. Wir hatten sehr viel Schnee und dieser Anblick und auch die Geärsuche beim durchlaufen machen mich erholsam. Es war gelungen die Reise.

GRuß schlingeline

die gerne wieder Urlauben geht !!!1

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Re: Rechtfertigungen für eine Reise

Ungelesener Beitrag von k@lle » So 11. Jan 2015, 17:49

[quote]ich habe einem vollerwerbsfähigen Mann der seinen Haupturlaub im Winter immer schon genommen hat und den reichlich verdient hat und auch seine frau wie jeder anderen Arbeitnehmer mit nimmt.[/quote

bei uns sind die Rollen vertauscht.....allerdings zwickt mich´s doch ,dass ich nicht mal ein paar Cents zubringen konnte
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Re: Rechtfertigungen für eine Reise

Ungelesener Beitrag von Doppeloma » So 11. Jan 2015, 19:26

Hallo K@lle, :koepfchen: :troesten:
bei uns sind die Rollen vertauscht.....allerdings zwickt mich´s doch ,dass ich nicht mal ein paar Cents zubringen konnte
NA-UND ... was dich da so "zwickt" sind die altmodischen Rollenverteilungen, dass eben "der Mann das Geld nach Hause zu bringen und die Familie zu versorgen hat" und nun bezahlt die Frau alleine den Urlaub ... geht ja GAR NICHT spricht das männliche Ego ganz leise ... :Bussi: :Verwirrt: :Hilfe:

Warum glauben Männer eigentlich immer, dass die Frau sich in dieser (althergebrachten) Rolle unbedingt besonders "gut" fühlen muss, ich persönlich zumindest wollte nie komplett abhängig sein vom Partner-Einkommen, war alles Andere als eine passionierte "Hausfrau und Mutter" ... für mich war die schlimmste Zeit in der Hinsicht, bis zu meiner Umschulung als ich (wegen Arbeitslosigkeit und Ablauf ALGI) voll von meinem EX-Partner (damals noch Ehemann) finanziell abhängig war.

Da gab es sogar "Zoff" um eine (sehr preiswerte!) Handtasche, weil meine Einzige kaputt gegangen war ... :Verwirrt: :Hilfe:

Mein Dopa hatte allerdings ähnliche "UR-Komplexe" als wir damals dann zunächst von "meinem" ALGI plus Wohngeld gelebt haben, um den Gang nach "Canossa" (JC/Hartz 4) noch wenigstens hinausschieben zu können ... inzwischen kann er gut damit leben, dass wir einfach UNSERE Renten in einen Topf werfen und damit machen was WIR uns gemeinsam davon leisten können und möchten.

Denn für den Dopa "bedauerlicherweise" habe ich nun auch noch dauerhaft die deutlich höhere EM-Rente ...aber für uns ist das so WURSCHT, Hauptsache wir können zusammen damit recht gut auskommen, brauchen bei keinem Amt mehr betteln gehen und können sogar noch eine kleine Summe jeden Monat ansparen, für unsere nächste Reise ... natürlich wieder mit einer AIDA ... :jaa: :Yeah:

Womit ich die Kurve zum Thema auch mal wieder gefunden habe ... denn wir legen keine Rechenschaft darüber ab, warum und wovon wir uns das "leisten können" und wie wir das gesundheitlich "auf die Reihe bekommen" ... das geht doch keinen was an, Andere beweisen uns doch auch nicht wie sie das "verdient haben" ...

Ist natürlich hier am neuen Wohnort auch um Einiges einfacher geworden, gebe ich ja zu ... hier kennt uns ja keiner so genau und weiß nichts zu unserer "bewegten Vergangenheit", dem Dopa sind schon mal (im Geschäft) Munkeleien zu Ohren gekommen, dass sich wohl wer da seine Gedanken machen würde, dass wir wohl recht "gut situiert sein dürften" :grinser: ... erst der (sicher teure) Umzug und bald danach eine Kreuzfahrt ... "lass die Leute reden, die reden über Jeden" ... :jaa: :lachen: :groehl:

Liebe Grüße und weiterhin erholsame Reisen wünschen Doma und Dopa ... :umarm: :ic_up:
Was mich nicht umbringt macht mich stärker!

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Re: Rechtfertigungen für eine Reise

Ungelesener Beitrag von k@lle » So 11. Jan 2015, 20:51

geht ja GAR NICHT spricht das männliche Ego ganz leise ...
ist halt so ....und ich werde immer noch von dem einen oder anderen etwas "Komisch angeschaut hab mich ja inzwischen damit abgefunden...früher war´s andersherum und ich hatte mir nie einen "Kopf gemacht"---immerhin konnte ich wegen BU wenigstens die Häuser bezahlen und so sind da keine laufenden Kosten mehr
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Re: Rechtfertigungen für eine Reise

Ungelesener Beitrag von Gänseblümchen » Do 26. Feb 2015, 10:08

Doppeloma hat geschrieben:... ja meine Güte sollen wir jetzt den Rest unseres Lebens "verschämt in irgendeiner Ecke hocken" :glotzen: , nur weil wir gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind täglich 8 und mehr Stunden arbeiten zu gehen ... :Ohnmacht:


Fast SO hab ich es neulich gehört. Ich könne mich ja erstmal gut erholen und dann später wenn die Rente abläuft normal arbeiten. :Ohnmacht:
Schön - ich hab selbst die Hoffnung, dass ich das schaffe. ABER - da sind wir ja bei dem Problem: Wir haben i.d.R. alle wie die Blöden gekämpft..jahrelang...dasw hat ja auch seine Spuren hinterlassen..

Ich denke, man ist einfach niemandem Rechenschaft schuldig. :troesten:
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Re: Rechtfertigungen für eine Reise

Ungelesener Beitrag von stadtpflanze » Mo 2. Mär 2015, 17:10

So, ich bin zurück; war 2 Monate fort und habe die Reise gut überstanden.
Eigentlich habe ich mich sogar richtig erholt, wenn man vom ersten und letzten Reisetag absieht. Da gehts mir nie gut.
Unterwegs sind mir meine Grenzen klar geworden: allein könnte ich das nicht machen, sei es das Gepäck tragen - wir hatten nur 25 kg zusammen - oder mal eine Treppe mit Riesenstufen überwinden. Bei unzähligen Dingen half mir mein Mann. Und nun bin ich froh wieder hier zu sein, obwohl ich eigentlich Frühlingswetter bestellt hatte.
Der Flug selbst verlief ganz gut, und oh Wunder- wir bekamen einen Sitzplatz in der ersten Reihe und dann noch in der Economy plus - Trotzdem- schlafen konnte ich nicht, und deswegen lege ich mich jetzt erst mal aufs Ohr. :Bett:
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