evtl. Minijob - was beachten?

Stellt mich heutzutage mit diesen Einschränkungen noch Jemand ein?
Schnecke123
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evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von Schnecke123 » Mo 29. Feb 2016, 16:05

Ich hab mich heute auf einen kleinen Bürojob hier im Ort beworben - ehrlich gesagt, glaube
ich eher nicht an Erfolg. Aber es würde alles wunderbar passen, man darf ja träumen. Und ich
käme nachmittags mal für kurze Zeit raus ... nicht nur aus der Wohnung, sondern auch aus dem
Gedankenkarussel :Ohnmacht: .

Da es sich um einen Minijob handelt, habe ich nur kurze Bewerbungsunterlagen verschickt und bin
auch noch nicht auf das Thema "EM-Rente" eingegangen. Ich vermute, in einem evtl. stattfindenden
Gespräch muss ich mich outen - oder? Was darf gefragt werden, was nicht? Hat jemand Erfahrung und
kann mir Tipps geben, wie ich mich richtig vehalte?
Gruß
Schnecke

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Fee59
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Re: evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von Fee59 » Mo 29. Feb 2016, 17:05

Hallo Schnecke,

Du teilst mit,
dass Du EM-Rentnerin bist,
dass Du einen GdB hast und in welcher Höhe.

Die Info zur Rente ist wichtig, weil bei einem Rentner-Minijob keine ALV (Arbeitslosenversicherung) abgeführt wird. Du bist für den AG also preisgünstiger als ein nicht verrenteter AN.
Der GdB ist wegen Kündigungsschutz wichtig und weil Du dann auch zur Quote zählst,
so dass der AG weniger Ausgleichsabgabe zahlen muss.
Also sparst Du auch hier dem AG bares Geld.

Das sind zwei durchaus ernst zu nehmende Argumente für eine Einstellung.

Es darf nicht nach der Art Deiner Behinderung gefragt werden,
es sei denn, wenn Du spezielle Hilfsmittel für die Tätigkeit benötigst
(z.B. spezielle Software für Sehbehinderte, spezieller Bürostuhl o.ä.).
Aber selbst dann, brauchst Du nicht zu sagen, welche Erkrankung genau Du hast.

Wenn man nach der Schwerbehinderung fragt,
sagst Du "Ich kann die geforderten Tätigkeiten problemlos ausführen"
(das war immer mein "Zaubersatz" *grins*)

Hier bekommst Du eine -> Auflistung unerlaubter Fragen im Vorstellungsgespräch

Ansonsten bleib' einfach Du selbst, authentisch und ehrlich.
Schau' Dir die Homepage der Firma an.
Haben die ein Motto/einen Slogan, mit dem Du Dich identifizieren kannst?
Welche Leistungen / Produkte bieten sie an.
Es macht sich immer gut, wenn der AG merkt, dass man sich vor dem Vorstellungsgespräch mit seiner Firma beschäftigt hat.

Überlege Dir ein paar sinnvolle Fragen an den AG.
Fast immer fragt der AG gegen Ende des Gesprächs, ob der Bewerber noch Fragen hat.
z.B. noch etwas zum Aufgabenbereich, ob man den Arbeitsplatz mal sehen darf,
wie die Einarbeitung gewährleistet ist -
für die Fragen kannst Du Dich an der Stellenbeschreibung und an der Firmenhomepage orientieren.

Klamottenmäßig sei dem Job angemessen, nicht overdressed.
Hier kannst Du Dich daran orientieren, die wie Leute auf den Fotos auf der Homepage angezogen sind.

Einen kompletten Satz Zeugnisse bringe ich meistens direkt zum Bewerbungsgespräch mit
und frage den AG, ob er ihn haben möchte (oft wollen die gar nicht so viel Papierkram,
es reichen oft die Zeugnisse, die am Aussagekräftigsten für den geforderten Aufgabenbereich sind).

Vor dem Gespräch ausreichend schlafen.
Wenn Du den Weg zur Fa. bisher nicht kennst,
schaue ihn Dir auf dem Stadtplan an.
Prüfe, wie lange Du brauchst, um hinzukommen.
Sei etwas zu früh da.

Wenn der AG Dir Kaffee/Tee/Wasser anbietet, nimm ruhig an.
Problematisch ist, wenn er Dir Alkohol anbietet. Dies lehne bitte ab.
(ist mir noch nie passiert, aber manche AG wollen ihre Bewerber diesbzgl. testen)

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Meine 3x1 Std. pro Woche-Stelle tut mir sehr gut und macht Spaß.
Von daher kann ich Dir diesen Versuch nur empfehlen!

LG
Fee
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Schnecke123
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Re: evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von Schnecke123 » Mo 29. Feb 2016, 19:09

Vielen Dank für die vielen Infos, liebe Fee :umarm: !
Ich werde berichten, ob ich es bis zum Gespräch geschafft hab (ist ja nur ein kleiner Minijob) oder
ob es eine Absage gegeben hat.
Gruß
Schnecke

agnes
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Re: evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von agnes » Mo 29. Feb 2016, 21:24

Hallo Schnecke

Auch wenn ich zum Einen immer wieder erfreut bin zu lesen wie es mit einem EM-Antragsteller nach der Bewilligung der Rente aufwärts geht, so fällt es mir aber immer auch schwer zu glauben, dass dies dann doch auch so schnell gehen kann.

Als eine kranke und EM betroffene und die Hölle des Antragsverfahrens durchlebte Person, fehlt mir aber auch die Realität des Nachvollziehens, dass eine Stabilisierung dann doch so schnell vollzogen ist, dass bereits schon nach kaum drei - vier Monaten nach Bescheiderteilung der Gedanke einer Arbeitsaufnahme in einem reift und er auch wirklich umsetzbar wird.

Ich bin seit 1985 erkrankt und habe mich jahrelang beruflich durchgebissen bis ins Jahr 2005.
Seitdem bin ich nicht mehr berufstätig und ich hätte mir in den ganzen Jahren danach auch eine kleine berufliche Aufgabe nicht mehr zugetraut anzunehmen, weil ich erkennen lernte, dass mein körperlich gesundheitlicher Status, meine Psyche und meine Kräfte dazu nicht mehr reichen.

Dein jahrelanges Kämpfen und die den Institutionen gegenüber dargelegten Ängste mit Hintergrund "auch nur kurzfristig das Haus verlassen zu können", stehen mit Verlaub deinen jetzigen Gedanken entgegen, bereits stundenweise nun doch aus dem Haus gehen zu können und einen Minijob in fremder Umgebung unter fremden Menschen anzunehmen.

Mit Hinblick auf der im Rehabericht erstellten Leistungseinschätzung würde eine abwartende Haltung diesbezüglich m.E. anzuraten sein, um nicht der darin gutachterlichen Feststellung, einer vollschichtigen Leistungsfähigkeit, Rechnung zu tragen.
Frau Schnecke kommt AU zur teilstationären Maßnahme. Wir entlassen die Patientin b.a.w. AU, d.h. aufgrund des Gesundheitszustandes gegenwärtig nicht in der Lage, der zuletzt ausgeübten oder einer ähnlich gearteten Beschäftigung nachzugehen.
Hinsichtl. des Leistungsvermögens im Erwerbsleben ist die Pat. aus unserer Sicht vollschichtig einsetzbar bezogen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und vollschichtig einsetzbar bezogen auf den allg. Arbeitsmarkt.
Aus med. Sicht ergeben sich keine Einschränkungen, die eine Minderung der Leistungsfähigkeit zur Folge haben.
Aus psychotherapeutischer bzw. psychosomatischer Sicht zeigt sich bei der PAt. eine mittelgradige Beeinträchtigungsschwere im psych. Bereich und im sozialkommunikativen Bereich.
Bei Überforderungserleben hat die Pat. die ambulante Rehabehandlung vorzeitig beendet. Mittelfristig (nicht unter 6 Monaten) ist daher nicht von der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die Leistungsfähigkeit ist im Bezugsberuf und auf dem allg. Arbeitsmarkt prinzipiell erhalten.
Die Klinik stellte vor gar nicht allzu langer Zeit erst fest, dass du "gegenwärtig nicht in Lage wärst, der zuletzt ausgeübten oder einer ähnlich gearteten Beschäftigung nachzugehen" in der Lage bist.

In gleichem Atemzug stellt sie dar, dass mittelfristig (nicht unter 6 Monate) von einer Arbeitsfähigkeit auszugehen sei.

Du würdest in einer noch kürzeren Zeit aktuell beweisen, dass du jetzt schon in der Lage bist, wieder stundenweise einer Tätigkeit nachzukommen.

Auch wenn der Hinzuverdienst von 450 € monatlich mit einem täglichen Zeitaufwand von unter 3 Std. täglich rentenunschädlich bliebe, so würden mir als SB der DRV, bei Meldeeingang des Minijobs von dir, einiges durch den Kopf gehen, da deine Leistungseinschränkung, laut der Klinikbeurteilung, sich nicht auf ein medizinisches Problem sondern auf ein Überforderungserleben beruht, welches du demnach dann nicht mehr erlebst/durchmachst, wenn du dich bereits jetzt schon wieder dem beruflichen Stress stellst.

Ich hatte aktuell in der letzten Woche in einem anderen Beitrag bereits meine Meinung dahingehend kundgetan, dass ich es zum Einen begrüße, wenn jemand versucht wieder an sein früheres Leben anzuknüpfen und auch sein Selbstbewusstsein darin Stärkung finden kann.

Es sollte der Zeitpunkt und auch die Art Weise gut überlegt sein, damit nicht das zuvor hart Erkämpfte darunter leidet.

Deine zeitlich befristete EMR beruht wohl nicht unbedingt auf einen medizinischen Hintergrund.

Das im Klinikbericht hervorgehobene "Überforderungserleben", welches nach deren Ansicht "eine b.a.W. Arbeitsunfähigkeit" nach sich zog, scheint demnach auch der Schlüssel zum Anerkenntnis einer EMR geworden zu sein, da eine medizinische Leistungsminderung nicht festgestellt und hervorgehoben wurde.

Lasse dir, bevor du den Schritt in die Berufstätigkeit (Minijob) wagst, das alles noch einmal durch den Kopf gehen, welche schwere Hürden du bereits genommen hast, um überhaupt so weit zu kommen wo du nun stehst. Lange stehst du dort ja noch nicht.

Die Zeit bis zum Verlängerungsgesuch ist aber auch schnell vorbei und mit ruhig gehaltenen Füßen, ärztlichen Befunden und therapeutischen Maßnahmen im Gepäck sollte das Ziel dahin verfolgt werden, um nicht erneut mühsam durch die Tretmühle der Beweislast zu müssen. :jaa:


Gruß agnes
Der Dumme spricht, ohne vorher zu denken.
Der Kluge denkt, bevor er spricht.
Aber nur der Weise weiß, wann er besser schweigen sollte.
(Günter Leitenbauer)

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Hier geht es zu meinem alten Thread: viewtopic.php?f=6&t=5468

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Re: evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von Schnecke123 » Mo 29. Feb 2016, 22:09

Liebe Agnes,

ähnliche Gedanken gehen mir den ganzen Abend schon durch den Kopf...Einerseits erlebe ich jeden Tag die nach wie vor vorhandenen
Einschränkungen: Angst, Erschöpfung, depressive Einschläge...andererseits wünsche ich mir so sehr ein wenig Normalität im Leben zurück.

Ich habe in der Tat inzwischen selbst große Bedenken, ob ich das wirklich schaffen könnte. Auch wenn dieser Job zeitlich nur
sehr begrenzt ist, ich keinem großen Stress ausgesetzt wäre ...ich glaube, ich war da ein wenig zu euphorisch.
Mir geht es grad mal eine Woche etwas besser, nachdem ich eine sehr lange Durststrecke hinter mir habe und
schon meine ich, es kann alles wieder wie früher werden.

Danke, dass du mich auf den Boden der Realität zurückgeholt hast. Auch wenn die Erkenntnis bitter ist, dass
ich mich wohl etwas weit aus dem Fenster gelehnt habe. Mein Mann meinte heute auch, ob ich mir das gut
überlegt habe, er sieht mich ebenfalls nicht stabil genug. Zumindest im Moment...vielleicht geht es ja zu
einem späteren Zeitpunkt. Die Hoffung mag ich nicht aufgeben.
Gruß
Schnecke

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Re: evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von agnes » Mo 29. Feb 2016, 22:55

Liebe Schnecke
... vielleicht geht es ja zu einem späteren Zeitpunkt. Die Hoffung mag ich nicht aufgeben.
Die Hofnung sollte man nie aufgeben, da man sich sonst selber bereits aufgibt :koepfchen:

Ich finde nur, dass der Zeitpunkt zu früh ist.
Der Bescheid ist viel zu frisch und würde nicht das untermauern können, was gutachterlich gerade zuvor erst festgestellt wurde.

Weniger ist letztendlich auf Dauer gesehen manchmal doch mehr und etwas Zeit wirst auch du benötigen, um mal richtig durchzuschnaufen. :umarm:

Gruß agnes
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Re: evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von Unwissend » Do 3. Mär 2016, 21:59


Die Zeit bis zum Verlängerungsgesuch ist aber auch schnell vorbei und mit ruhig gehaltenen Füßen, ärztlichen Befunden und therapeutischen Maßnahmen im Gepäck sollte das Ziel dahin verfolgt werden, um nicht erneut mühsam durch die Tretmühle der Beweislast zu müssen. :jaa:
Liebe schnecke,

ich möchte mich der agnes Ihrer Gedanken anschließen.
Mir schwirrte mit Rentenbescheid auch oft der Gedanke im Kopf rum: Du willst aber unbedingt nebenbei noch ein paar Stunden arbeiten gehen....du musst das einfach machen, hast doch immer gearbeitet, willst doch zu was noch nütze sein....und ...und ...und.

Das war letztes Jahr im September. Heute, im März 2016, bin ich nach wie vor EM-Rentnerin ohne Zusatzjob!

An arbeiten gehen ist nämlich definitiv gar nicht dran zu denken.

Ich kann dich verstehen, wenn einem das im Kopf kreist. Aber ich sehe es wie agnes, lass es lieber!

Ich hätte auch Schiss, das man mir mit dem Verlängerungsantrag dann die weitere Rente verwehren würde: ...sie kann ja doch noch arbeiten gehen.... :Gruebeln:

Da meine Gesundheit, meine Verfassung täglichen Schwankungen unterliegt, mag ich diese auch einem AG gar nicht zumuten. Ne, echt nicht.

Und derzeit sehe ich es wieder nur zu gut. Bin seit dem 22.2. in der ambulanten Kur wegen meinen starken Tinnitusproblemen. Diese Kur ist die reichste Wellnesskur und trotzdem fühle ich mich jetzt schon, nach nur 1 1/2 Wochen sehr gestresst und erschöpft. Wie sollte ich in solch einem ja desolaten Zustand dann noch nebenbei arbeiten gehen können?!

Ich habe mich nun bis einschlieplich Montag dort abgemeldet, weil mein Notfallkoffer dies so gebot! :Laber:
Am Dienstag werde ich dann wieder dran teilnehmen und am Samstag nächster Woche sind die drei Wochen dann auch rum und ich froh, es doch hinter mich gebracht zu haben.

Ach so, und mein Mann (hi hi...ich hab jetzt einen Mann :grinser: ) sagte kürzlich:
Du hast doch genug daheim zu tun und damit meine ich nicht den blöden Haushalt zu versorgen.
Nein.
Du hast genug damit zu tun, wieder zu dir zu finden und deine innere Ruhe und Ausgeglichenheit.

Und damit hast du wahrlich schon genug zu tun. Da hast du keine Zeit noch nebenbei arbeiten zu gehen.

Ach, ich hab den besten Mann der Welt. :jaa: :lachen:

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Re: evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von Schnecke123 » Fr 4. Mär 2016, 09:47

Danke auch für deine Gedanken und Unterstützung.

Ich hab grad wieder eine schlechte Phase mit viel Angst und auch die Depression schlägt arg
durch. Keine Chance, geregelt einer wenn auch nur kleinen Beschäftigung nachzugehen... :Ohnmacht: .
Ich muss es einfach einsehen.

Vorgestern gegen Abend ging das Telefon, der nette Mensch, der die Anzeige aufgegeben hat, rief an. Ich
hätte den Job bekommen. Schade, dass es nicht geht. Aber es tut irgendwo auch gut, das Gefühl zu bekommen,
trotz meines Alters noch etwas wert zu sein da draußen in der Welt. Daran halte ich mich grad ein wenig
fest.
Gruß
Schnecke

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Re: evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von Schnecke123 » Do 2. Jun 2016, 13:00

Ich wollte doch noch mal eine Rückmeldung geben.

Die Entscheidung gegen diesen Job war richtig, ich hab dank des Forums hier zum Glück
erkannt, dass ich mit einer regelmäßigen Arbeit völlig überfordert wäre. Auch wenn ich
inzwischen die Wohnung doch mal verlassen kann, stelle ich immer wieder fest, wie
schnell ich an Grenzen komme. Viele Menschen, Geräusche - das geht alles nur ganz kurze Zeit
gut. Und ich kann mich immer nur auf eine Sache konzentrieren, schon beim Einkaufen muss
ich strikt eins nach dem anderen angehen. Zum Glück sind zwei Supermärkte hier nur
ein paar Häuser weiter, das schaffe ich inzwischen allein. Bin ganz stolz!

Früher hab ich drei Sachen gleichzeitig erledigt, konnte mich immer auf meinen Kopf
und mein gutes Gedächtnis verlassen - das funktioniert nicht mehr. Schwer zu akzeptieren,
aber so langsam gewöhne ich mich dran. Ich hab mich einigermaßen in das neue Leben
eingerichtet, es hat keinen Sinn, dagegen anzukämpfen, es bringt eh nichts und die Kraft
kann man weit besser nutzen.

Und vielleicht....irgendwann mal...wird es doch noch mal ein bisschen besser :jaa: .
Gruß
Schnecke

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Re: evtl. Minijob - was beachten?

Ungelesener Beitrag von royan » Do 2. Jun 2016, 15:01

Liebe Schnecke,

es ist doch schon ein Fortschritt, dass Du mittlerweile den Weg zum Supermarkt schaffst und ich bin sicher, dass sich die positive Entwicklung in den kommenden Monaten / Jahren weiter fortsetzen wird. :applaus: :jaa:

Wir alle haben früher viele Dinge gleichzeitig ohne Probleme erledigen können und müssen uns nun mit den veränderten Gegebenheiten arrangieren, dass dieses Multitasking eben nicht mehr funktioniert. :icon_e_wink: Ich z.B. bin dankbar über alles, was ich nun - wieder - leisten kann, auch wenn es nur ein Bruchteil der früheren Dinge ist. Es bleibt halt nur ein Schritt nach dem anderen. :grinser: :Bussi:

LG
Royan :umarm:

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